Zeiträume und Steuerarten erfassen
Bescheide, Erklärungen, Buchhaltung und Kommunikation nach Jahren und Steuerarten ordnen, ohne Unterlagen nachträglich zu verändern.
Steuerverfahren & Verteidigung
Steuerstrafverfahren verbinden steuerliche Berechnung mit persönlichem Schuldvorwurf. Beides muss getrennt geprüft und anschließend in einer gemeinsamen Chronologie zusammengeführt werden.
Das zählt zuerst
Bescheide, Erklärungen, Buchhaltung und Kommunikation nach Jahren und Steuerarten ordnen, ohne Unterlagen nachträglich zu verändern.
Festhalten, wer Daten vorbereitet, geprüft, freigegeben und übermittelt hat. Formale Unterschriften und tatsächliche Abläufe können auseinanderfallen.
Keine isolierte Nachricht an Finanzamt oder Fahndung senden. Steuerliche Korrektur und strafprozessuale Position müssen zusammenpassen.
§ 370 AO erfasst unterschiedliche Formen der Steuerhinterziehung, darunter unrichtige oder unvollständige Angaben und pflichtwidriges Verschweigen steuerlich erheblicher Tatsachen. Ob der objektive Steuerbetrag richtig berechnet wurde, beantwortet noch nicht automatisch die Frage nach Wissen, Vorsatz oder persönlicher Verantwortlichkeit.
Eine Selbstanzeige nach § 371 AO ist kein formloser Entschuldigungsbrief. Vollständigkeit, Umfang, Sperrgründe und weitere Zahlungsvoraussetzungen sind komplex und können durch bereits eingeleitete Maßnahmen beeinflusst werden. Deshalb dürfen Erklärungen oder Nacherklärungen nicht ohne abgestimmte steuerliche und strafrechtliche Prüfung versendet werden.
Die Ermittlungsakte kann Schätzungen, Kontenabfragen, Buchhaltungsdaten und Aussagen enthalten. Zunächst wird geprüft, welche Besteuerungsgrundlagen verwendet wurden und wo Tatsachen, Annahmen oder Hochrechnungen auseinanderfallen. Parallel ist zu klären, welche Person für welche Angabe verantwortlich war.
Bei Unternehmen spielen Delegation, Beratung und interne Kontrollschritte eine wichtige Rolle. Die Einschaltung eines Steuerberaters schließt eigene Verantwortung nicht automatisch aus, ist aber für Informationsstand und Arbeitsablauf relevant. Deshalb werden Aufträge, Rückfragen und übermittelte Unterlagen vollständig rekonstruiert.
Ein Strafbefehl kann auch ein Steuerstrafverfahren ohne vorherige Hauptverhandlung abschließen. Für einen Einspruch gilt grundsätzlich eine Frist von zwei Wochen nach Zustellung. Deshalb werden Umschlag, Zustellvermerk, Aktenzeichen, Rechtsfolgen und die zugrunde gelegten Besteuerungszeiträume sofort erfasst.
Ob ein Einspruch umfassend oder beschränkt in Betracht kommt, lässt sich nicht allein aus der Höhe einer Geldstrafe ableiten. Steuerberechnung, Vorsatzvorwurf, Tagessatzhöhe, Einziehung und berufliche Nebenfolgen werden mit der Ermittlungsakte abgeglichen. Ein fristwahrender Schritt und die spätere Begründung sind dabei getrennte Entscheidungen.
Bei einer Durchsuchung können Server, Buchhaltungszugänge und E-Mail-Postfächer betroffen sein. Betrieblich notwendige Daten sollten nicht eigenmächtig kopiert oder verändert werden, solange die Maßnahme läuft. Stattdessen werden Sicherstellungen dokumentiert und technische Ansprechpartner benannt.
Nach der Maßnahme wird geprüft, welche Datenbestände tatsächlich ausgewertet werden und ob private, konzernfremde oder berufsrechtlich geschützte Informationen enthalten sind. Eine genaue Datenlandkarte hilft, die Akte später mit Originalquellen abzugleichen.
Die gesetzlichen Voraussetzungen der Selbstanzeige sind streng und haben sich in der Vergangenheit mehrfach geändert. Eine wirksame Erklärung setzt mehr voraus als die Korrektur eines einzelnen Fehlers. Welche Zeiträume und Angaben umfasst sein müssen und ob ein Sperrgrund eingreift, lässt sich nur anhand des konkreten Sachverhalts beurteilen.
Strafverteidigung und Steuerberatung arbeiten deshalb mit klarer Rollenverteilung: Die steuerliche Berechnung wird fachlich erstellt, während strafrechtliche Risiken, Verfahrensstand und Kommunikationsweg geprüft werden. Diese Seite ist ausdrücklich keine Anleitung zur Selbstanzeige.
Nach Akteneinsicht kann zu entscheiden sein, ob Berechnungen angegriffen, Tatsachen erläutert oder eine verfahrensbeendende Lösung ausgelotet werden. Jede Option hat Voraussetzungen und Folgen. Ein bestimmter Ausgang kann nicht zugesagt werden; auch Nachzahlungen ersetzen nicht automatisch die strafrechtliche Prüfung.
Zusätzliche Risiken können Gewerbeerlaubnis, Organstellung, Beruf oder öffentliche Aufträge betreffen. Diese Verfahren erhalten einen eigenen Fristenplan. So wird verhindert, dass eine steuerliche Erklärung unbeabsichtigt bindende Aussagen für andere Stellen erzeugt.
Lokale Einordnung
Frankfurter Sachverhalte weisen häufig Konten, Gesellschaften oder Beschäftigte an mehreren Orten auf. Zuständigkeiten können sich deshalb über Frankfurt hinaus erstrecken. Die Kanzlei an der Hanauer Landstraße koordiniert den strafrechtlichen Teil mit den jeweils beauftragten steuerlichen Beratern und hält Datenstände sowie Versionen nachvollziehbar.
Der Sitz eines Unternehmens sagt noch nichts über die verfahrensführende Behörde aus. Entscheidend sind Steuerart, Zuständigkeit der Finanzbehörde, Tatortannahmen und Ermittlungsstand. Diese Fragen werden anhand der Unterlagen geprüft.
Rechtsgrundlagen
Die verlinkten Normen führen zum amtlichen Bundesportal „Gesetze im Internet“. Zusätzlich verweisen wir auf die offiziellen Justizseiten des Standorts. Maßgeblich ist stets die im konkreten Verfahren geltende Fassung.
Häufige Fragen
Die Antworten bleiben bewusst allgemein. Eine belastbare Einschätzung erfordert die Unterlagen des konkreten Verfahrens.
Eine isolierte Korrektur kann im Zusammenhang einer Selbstanzeige unzureichend oder nachteilig sein. Umfang, Zeiträume und Sperrgründe müssen vor jeder Übermittlung vollständig geprüft werden.
Nicht automatisch. Zahlung, steuerliche Festsetzung und strafrechtliche Verantwortlichkeit sind miteinander verbunden, aber rechtlich nicht identisch. Die Wirkung hängt vom konkreten Verfahrensstand ab.
Es sollte einen abgestimmten Kommunikationsweg zwischen Verteidigung, steuerlicher Beratung und Mandant geben. Mehrere unkoordinierte Ansprechpartner erhöhen das Risiko widersprüchlicher Angaben.
Für den Einspruch gilt grundsätzlich eine Zwei-Wochen-Frist ab Zustellung. Sichern Sie deshalb Umschlag und Zustellvermerk und lassen Sie Rechtsfolgen, Akte und mögliche Beschränkung des Einspruchs rechtzeitig prüfen.
Standort Frankfurt am Main
Nennen Sie bei der Kontaktaufnahme Tatvorwurf, Behörde, Aktenzeichen und bekannte Termine. Vertrauliche Unterlagen übermitteln Sie bitte erst nach Abstimmung.
24 Stunden an 7 Tagen telefonisch erreichbar
Bürozeiten: Mo–Fr 08:00–18:00 Uhr; Sa/So geschlossen. Persönliche Besprechungen nach Vereinbarung.
Jetzt anrufen